Der Makohai (Isurus oxyrinchus) ist der schnellste Hai der Welt. In kurzen Sprints werden ihm Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 74 Kilometern pro Stunde zugeschrieben – schneller als jede andere Haiart und schneller als die meisten Fische überhaupt. Kein anderer Hai kann einen Thunfisch im offenen Wasser so einfach einholen. In diesem Artikel erfährst Du, wie schnell der Makohai wirklich ist, wie groß er wird, wo er vorkommt, wie gefährlich er für Menschen ist – und warum der schnellste Hai der Welt trotzdem vor dem Aussterben steht.
Inhaltsverzeichnis
Wie schnell ist der Makohai wirklich?
Die Zahl, die in fast jeder Quelle auftaucht, lautet 74 km/h – gelegentlich sind sogar 80 km/h zu lesen. Diese Werte beruhen allerdings auf Beobachtungen, Berechnungen und Berichten von Anglern, deren Rollen ein flüchtender Mako in Sekunden leerzieht. Im Freiland wissenschaftlich gemessen wurde ein solches Tempo bislang nicht. Untersuchungen mit sogenannten Bio-Loggern – kleinen Messgeräten, die direkt am Tier befestigt werden – ergaben deutlich niedrigere Werte: Sprints um 18 km/h und Reisegeschwindigkeiten von nur wenigen Kilometern pro Stunde.
Ein Widerspruch ist das nicht zwangsläufig. Bio-Logger erfassen vor allem den normalen Alltag eines Hais, nicht den einen extremen Beschleunigungsmoment beim Angriff auf einen Schwertfisch. Als schnellste Haiart gilt der Makohai deshalb unbestritten – nur die konkrete Höchstgeschwindigkeit ist eine Schätzung und keine Messung. Angaben über 80 km/h gelten in der Fachliteratur ausdrücklich als unzuverlässig.
Seine Bauweise erklärt das Tempo trotzdem eindrucksvoll: Der Makohai hat einen spindelförmigen, fast torpedoartigen Körper, eine spitze Schnauze, eine sichelförmige Schwanzflosse und eine extrem glatte Haut, die den Reibungswiderstand im Wasser minimiert. Dazu kommt eine Fähigkeit, die er mit dem Weißen Hai teilt: Als Heringshai kann er seine Körpertemperatur regulieren und hält sie 4 bis 5,5 Grad Celsius über der Wassertemperatur. Warme Muskeln arbeiten schneller – das ist der eigentliche Motor seiner Geschwindigkeit.
Sprünge von über sechs Metern
Wie viel Kraft in diesem Körper steckt, zeigt sich am spektakulärsten außerhalb des Wassers: Makohaie springen bis zu sechs Meter hoch aus dem Meer. Dieses Verhalten wird sowohl bei der Jagd als auch bei gehakten Tieren beobachtet – Makos gelten unter Hochseeanglern als die kampfstärkste Haiart überhaupt und landen dabei nicht selten im Boot.
Steckbrief: Größe und Gewicht des Makohais
Ausgewachsene Makohaie erreichen meist eine Länge von 2,5 bis 3,2 Metern bei einem Gewicht von 60 bis 140 Kilogramm. Deutlich größere Tiere sind selten, aber belegt: Das größte gesicherte Exemplar maß 4,45 Meter und wurde 1973 vor der französischen Mittelmeerküste gefangen, das schwerste bekannte Tier brachte rund 600 Kilogramm auf die Waage.
- Wissenschaftlicher Name: Isurus oxyrinchus (Kurzflossen-Mako)
- Länge: meist 2,5–3,2 m, maximal 4,45 m
- Gewicht: meist 60–140 kg, maximal rund 600 kg
- Geschwindigkeit: Sprints bis zu 74 km/h (Schätzwert)
- Lebenserwartung: Männchen bis 29, Weibchen bis 32 Jahre
- Lebensraum: Hochsee weltweit, 0–150 m Tiefe
- Gefährdungsstatus: stark gefährdet (IUCN „Endangered“)
Auffällig ist die Färbung: Der Rücken schimmert metallisch blau, die Flanken sind silbrig, der Bauch strahlend weiß. Diese Gegenfärbung tarnt ihn im offenen Wasser von oben wie von unten. Seine langen, schlanken und leicht nach außen gebogenen Zähne stehen selbst bei geschlossenem Maul hervor – ein Merkmal, das ihn auf Fotos unverwechselbar macht.

Makohai oder Weißer Hai – was ist der Unterschied?
Beide gehören zur Familie der Heringshaie und sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der Makohai ist jedoch deutlich schlanker, kleiner und blau statt graubraun gefärbt, und seine Zähne sind spitz und nadelartig statt dreieckig und gesägt. Neben dem Kurzflossen-Mako gibt es außerdem eine zweite Mako-Art: den seltenen Langflossen-Mako (Isurus paucus), erkennbar an deutlich größeren Brustflossen, größeren Augen und einer dunkleren Färbung um das Maul.
Wo kommt der Makohai vor?
Der Makohai ist ein Hochseebewohner und weltweit in gemäßigten bis tropischen Meeren zu Hause. Er hält sich meist in den oberen 150 Metern der Wassersäule auf und meidet Wasser unter 16 Grad Celsius. Küstennähe sucht er nur selten – im offenen Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean legt er dagegen enorme Wanderungen über Tausende von Kilometern zurück.
Makohai im Mittelmeer und in Kroatien
Auch im Mittelmeer kommt der Makohai vor, dort ist er allerdings selten geworden – in der Adria sind Begegnungen echte Ausnahmen. Für Aufsehen sorgte ein Video von einem Makohai vor der kroatischen Insel Hvar, das in den sozialen Netzwerken hohe Wellen schlug. Für Badegäste ändert eine solche Sichtung an der Faktenlage nichts: Zwischenfälle mit Haien sind in Kroatien extrem selten, der letzte tödliche Vorfall in der Adria liegt Jahrzehnte zurück. Welche Arten hier tatsächlich unterwegs sind, zeigt der Überblick zu den Haien im Mittelmeer.
Ist der Makohai gefährlich?
Der Makohai ist ein kraftvoller Raubfisch mit beeindruckendem Gebiss – für Badende spielt er aber kaum eine Rolle. Zwischen 1980 und 2024 sind weltweit lediglich zehn Angriffe auf Menschen dokumentiert, drei davon endeten tödlich. Auffällig sind dagegen rund 20 Attacken auf Boote, die fast immer im Zusammenhang mit der Sportfischerei stehen: Ein gehakter Mako wehrt sich mit voller Wucht.
Der Grund für die geringe Zahl an Vorfällen ist einfach: Der Makohai lebt auf der Hochsee, dort wo Menschen selten schwimmen. Im Vergleich zu den gefährlichsten Haien der Welt wie Weißem Hai, Tigerhai oder Bullenhai fällt seine Statistik entsprechend harmlos aus.
Was frisst der Makohai?
Auf dem Speiseplan stehen vor allem schnelle Schwarmfische und Tintenfische: Makrelen, Heringe, Thunfische, Boniten und Schwertfische. Größere Makos greifen auch andere Haie, kleinere Meeressäuger wie Delfine, Meeresschildkröten und Seevögel an. Mit dem Wachstum verändert sich das Gebiss – die schlanken Fangzähne der Jungtiere weichen breiteren, kräftigeren Zähnen, mit denen sich große Beute regelrecht zersägen lässt. Erwachsene Makohaie haben kaum natürliche Feinde; nur Orcas und große Weiße Haie werden ihnen gefährlich.
Der schnellste Hai der Welt ist stark bedroht
So schnell der Makohai auch ist – den Fischereiflotten entkommt er nicht. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn seit 2019 als „stark gefährdet“ (Endangered). Weltweit gehen die Bestände über drei Generationen um geschätzt rund 47 Prozent zurück, im Nordatlantik um etwa 60 Prozent, im Mittelmeer sogar um mindestens 80 Prozent. Seit 2019 steht die Art zudem im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES.
Die Hauptursachen sind Beifang in der Langleinenfischerei auf Thunfisch und Schwertfisch, der Handel mit Flossen sowie der Verkauf des Fleisches – in Deutschland wird es als „Makrelenhai“ angeboten. Erschwerend kommt die langsame Fortpflanzung hinzu: Weibchen werden erst bei rund 2,80 Metern Länge geschlechtsreif, tragen ihre Jungen 15 bis 18 Monate und bringen nur alle etwa drei Jahre 4 bis 18 rund 70 Zentimeter große Junge zur Welt. Verlorene Bestände wachsen so über Jahrzehnte, nicht über Jahre nach.
Häufige Fragen zum Makohai
Wie schnell schwimmen Makohaie?
Für kurze Sprints werden bis zu 74 km/h angegeben, was den Makohai zum schnellsten Hai der Welt macht. Wissenschaftlich gemessen sind bislang nur deutlich geringere Werte – im normalen Schwimmverhalten bewegt er sich mit wenigen Kilometern pro Stunde.
Wie groß werden Makohaie?
Üblich sind 2,5 bis 3,2 Meter bei 60 bis 140 Kilogramm. Das größte gesicherte Exemplar maß 4,45 Meter, das schwerste wog rund 600 Kilogramm.
Ist der Makohai gefährlich für Menschen?
Kaum. Zwischen 1980 und 2024 wurden weltweit zehn Angriffe dokumentiert, drei davon tödlich. Da der Makohai auf der Hochsee lebt, trifft er nur selten auf Schwimmer – die meisten Zwischenfälle betreffen Angler und Boote.
Wie alt werden Makohaie?
Männchen erreichen ein Alter von bis zu 29 Jahren, Weibchen bis zu 32 Jahren. Für einen großen Hai ist das eher kurz – der Grönlandhai kann mehrere Jahrhunderte alt werden.
Was fressen Makohaie?
Vor allem Tintenfische und schnelle Schwarmfische wie Makrelen, Heringe und Thunfische, dazu Schwertfische. Große Exemplare erbeuten auch andere Haie, Delfine, Meeresschildkröten und Seevögel.
Wie viele Makohaie gibt es noch?
Eine belastbare absolute Zahl gibt es nicht, da die Art die ganze Hochsee bewohnt. Belegt sind die Rückgänge: weltweit rund 47 Prozent über drei Generationen, im Nordatlantik etwa 60 und im Mittelmeer mindestens 80 Prozent.
Fazit
Der Makohai ist der Sprinter unter den Haien: ein blau schimmernder Torpedo mit warmen Muskeln, der aus dem Wasser springt wie kein anderer und selbst Thunfische einholt. Dass die berühmten 74 km/h eine Schätzung und keine Messung sind, macht ihn nicht weniger beeindruckend – nur ehrlicher beschrieben. Bitter ist etwas anderes: Der schnellste Hai der Welt ist einer der am stärksten bedrohten. Gegen Langleinen und Treibnetze hilft kein Tempo.